600 Jahre Zuger Landeswallfahrt nach Einsiedeln

Pilgerroute Oberägeri mit Blick Richtung Kreuz und Himmel (Foto: Mario Stöckli)

Welch eine schöne und lange Tradition! Seit über 600 Jahre pilgern Leute aus dem ganzen Kanton Zug nach Einsiedeln. An Auffahrt fand die 600 Jahre Zuger Landeswallfahrt mit speziellen Wegbeschreibungen, einem besonderen Becher mit Rosenkranz als Geschenk, sowie einem Jubiläumsbuch zu den «40’000 Schritte zur Schwarzen Madonna» statt. Die erste Erwähnung der Zuger Landeswallfahrt ist 1426 bezeugt. Man geht davon aus, dass bereits früher das Pilgern nach Einsiedeln «gang und gäbe» war.
Entgegen den regnerischen Wetterprognosen zeigte sich die Sonne zum Start der Wallfahrt mit dem Pilgersegen durch Jacqueline Bruggisser vor der Pfarrkirche Oberägeri. Die Pilgergruppe aus Unterägeri gesellte sich zur kleinen Gruppe von rund 20 Personen, welche sich von Oberägeri aus in Richtung Raten zur Wallfahrt aufmachte.

Auf dem Weg kamen vom Alosen her immer mehr dazu, so dass wir auf dem «Hausberg» Raten eine schöne Gruppe und auch danach rund 60 Personen auf dem Weg nach Einsiedeln waren. Unterwegs wurden auch immer wieder Familien, Jugendliche oder junge Erwachsene angetroffen, welche sich eigenständig nach Einsiedeln hin- und wieder zurückbegaben.

Von Altmatt her über den Katzenstrick wurden wir bis zur Ankunft in Einsiedeln mit Regen überhäuft, so dass dann alle froh waren «einkehren» zu können. Nach einer individuellen Mittagsverpflegung fand am 15.00 Uhr der Pilgergottesdienst mit Abt Urban Federer statt. Dabei wurde die Zuger Landeskerze eingesegnet und vom Landamman Andreas Hostettler feierlich entzündet. Sehr «konkret» waren die Worte von Abt Urban Federer zur Festpredigt, um diese Tradition der 600 Jahre Zuger Landeswallfahrt auch in Zukunft weiterleben zu lassen. «Wer weiss, was in 600 Jahren ist» meinte er, «vielleicht gibt es auch dann wieder ein Jubiläumsbuch!» Zu diesem Jubiläums-Jahr waren das erste Mal auch Ministranten-Gruppen vom ganzen Kanton nach Einsiedeln unterwegs und bereicherte den Pilgergottesdienst durch ihre Anwesenheit und das Ministrieren.

Nach dem Pilgergottesdienst fand um 16.30 Uhr der feierliche Einzug aller Zuger Kirchenrats-Delegationen mit Weibel in den schönen Uniformen, Zuger Regierungs- und Kantonsvertreter: innen statt. Beehrt wurde der Einzug und die Vesper mit der Mönchsgemeinschaft auch von der Anwesenheit des Zuger Bundesrats, Martin Pfister.

Mit himmlischem Segen - auch durch den Regen - schönen Erfahrungen und tiefgehenden Gesprächen auf dem Pilgerweg nach Einsiedeln reisten bestärkt alle individuell wieder nach Hause.

Eine schöne und gelebte Tradition, welche wir gerne auch in Zukunft weiterführen wollen!
Mario Stöckli
Bereitgestellt: 26.05.2026     Besuche: 5 heute, 21 Monat              Datenschutz
aktualisiert mit kirchenweb.ch