Zwischen Papstschlüssel und Hochsicherheit
Ralph Iten war beim dritten und letzten Karwochengespräch zum Thema «überwachen» zu Gast.
Ralph ist in Oberägeri aufgewachsen und durch seine Familie im Dorf bekannt. Dies zeigte sich auch am grossen Interesse der zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Er erzählte von seinen Kinder- und Jugendjahren, in denen er unmittelbar in der Nähe des Schulhauses aufgewachsen ist. Die Natur und das Dorf Oberägeri gefielen ihm damals bereits so gut, dass er eigentlich nie weiter weg wollte. Eine Ferienreise mit Freunden durch Kanada weckte jedoch den Wunsch, im Ausland zu arbeiten.
Anschliessend bewarb sich der gelernte Schreiner Ralph als Gardist. Wie er berichtete, war dies ein strenges Unterfangen, für das ein Bewerbungs- und Motivationsschreiben, eine ärztliche Untersuchung und ein Leumundszeugnis des Ortspfarrers erforderlich waren. Voraussetzung für die Aufnahme als Gardist war zudem der Abschluss der Rekrutenschule. Ralph nahm die Strapazen einer Art zweiten Rekrutenschule bei den Schweizer Gardisten im Vatikan auf sich und diente insgesamt drei Jahre in der Leibwache des damaligen Papstes. Auf die spannende und interessante Frage von Jacqueline Bruggisser hin, sprach Ralph aus dem Nähkästchen hinter den Vatikanmauern und berichtete, wie die Bewachung von Papst Benedikt ablief. Und nein, es war kein Aprilscherz, als der Papst Benedikt in seinem bayerischen Dialekt sagte: «Ich hab meine Schlüssel vergessen!», weil der alte Aufzug den Dienst aufgab und er einen Umweg in Kauf nehmen musste. Ralph erzählte offen, was es bei Audienzen mit Staatsoberhäuptern wie Barack Obama zu bedenken gab und mit welcher Karosserie diese auffuhren. Während des tiefgehenden Gesprächs über den Vatikan und dessen Auswirkungen auf Ralphs Glauben verging die Zeit so schnell, dass am Ende nur noch kurz seine aktuelle Tätigkeit als Fachmann für Sicherheit und Bewachung bei der Nationalbank angesprochen werden konnte.
Beim abschliessenden Apéro hatte das Publikum die Möglichkeit, Ralph persönlich alle Fragen zu stellen.
Herzlichen Dank dem Pfarreirat für die Organisation der Karwochengespräche, den Moderatoren und der Moderatorin sowie Marcel Schmid, der für die musikalische Gestaltung zwischendurch gesorgt hat.
Mario Stöckli