Thomas Betschart

Hoffnungswort zum Sonntag, 3. Mai 2020

Bild Impuls zum Tag 14.04<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>reformiert-solothurn.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>22</div><div class='bid' style='display:none;'>4106</div><div class='usr' style='display:none;'>17</div>

«Ich bin die Tür zu den Schafen - Ich bin gekommen damit sie Leben haben und es in Fülle haben» Johannes 10,1-10
„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Fülle haben“, so heisst der Schlusssatz des heutigen Evangeliums. Dieser Satz trifft die Sehnsucht der Menschen, denn wer von uns wollte das nicht, «Leben in Fülle haben»? Doch wie soll dies gehen in einer Welt, die uns oft feindlich gesinnt scheint, die harte Bedingungen stellt. Gerade in den letzten Wochen und Monaten, da unser Leben durch ein Virus in Frage gestellt und bedroht wird, wächst die Sehnsucht nach Leben, nach einem guten Leben erst recht. Jesus bietet uns in dieser Bibelstelle dafür drei Möglichkeiten, drei Bilder, wie wir erfüllt leben können.

Das Bild der Tür: Eine Tür öffnet und verschliesst. Sie öffnet sich für Möglichkeiten und Gefahren, wenn wir hinausgehen. Sie bietet Schutz, Sicherheit und Geborgenheit, wenn wir sie von innen schliessen. Ein Türrahmen ist ein relativ stabiler Ort, zum Beispiel bei einem Erdbeben. Türen gehören zu unserem Leben. Wir können nicht so leben, als müssten wir uns nicht entscheiden, als gäbe es kein drinnen und draussen, als gäbe es keine Türen, die sich uns öffnen oder verschliessen.

Jesus sieht sich und seine Botschaft als Tür zum Leben. Wo ich unter seinem Türrahmen hindurchgehe, finde ich Freiheit und Weide, also Nahrung für meine Seele. Jesus als Tür kann ich nutzen in beide Richtungen. Er ermöglicht mir Freiheit und gibt mir Schutz. Er begleitet mein Wagnis und schenkt mir Geborgenheit.

Schafe und Hirte: Schaf und Hirte war den Menschen zurzeit Jesu ein vertrautes Bild. Wir müssen es uns heute neu erschliessen. Für ein Leben in Fülle, muss ich mit beidem rechnen: Schaf und Hirte. Beide brauchen sich gegenseitig, um ein gutes Leben zu haben.

Schafe wissen, wohin sie gehören, sie kennen den Hirten, die Hirtin. Schafe sind Herdentiere und gehören deshalb zusammen. Von ihnen können wir lernen: zu wissen, was ich brauche, wohin ich gehöre, mit anderen unterwegs zu sein, aufeinander zu achten. Ist es nicht gerade das, was uns im Moment fehlt, was wir vielleicht sogar schmerzlich vermissen: die persönliche Nähe, das persönliche Gespräch am Tisch, das Treffen und den Austausch mit Freunden, den gemeinsamen Gottesdienst?

Der Hirte übernimmt Verantwortung für seine Herde, sorgt sich um jedes einzelne Schaf, ist Tag und Nacht bereit zu wachen und die Schafe zu beschützen. Jesus sagt an anderer Stelle von sich: »Ich bin der gute Hirte.» Für Jemanden oder Viele Verantwortung zu übernehmen, zu sorgen, wohlwollend zu sein, können wir vom «guten Hirten Jesu» lernen. Heute «Hirte, Hirtin sein», kann heissen: für unsere Kinder und alle der Risikogruppe angehörenden Menschen, für Kranke, Einsame, Trauernde… da zu sein, Rücksicht zu nehmen, Unterstützung anzubieten.

Den Ruf hören und dem folgen, der meinen Namen kennt: Mit und über den Namen erhalte ich meine Identität, er gehört zu mir. Er macht mich unverwechselbar und einzigartig. Zu einem Leben in Fülle gehört ein Name, der zu mir passt, auf den ich höre, wenn ich gerufen werde. Im Ruf und dem Hören darauf wird sichtbar, wie gut die Beziehung ist zwischen dem, der ruft und dem, der gerufen wird.

Durch die Tür der Taufe sind wir mit Jesus Christus in einer besonderen Weise verbunden, wir sind auf seinen Namen getauft. Er be-ruft uns zum Leben in seiner Nachfolge, in seinem Geist. Gerufen werden, darauf hören, be-rufen sein, ermöglicht ein erfülltes Leben. Jeder Beruf wird zur Berufung, wenn der Mensch seine Fähigkeiten und Talente zum eigenen und zum Wohl aller einsetzt. Jesus ruft jeder und jedem von uns zu: „Ich bin gekommen, damit du Leben hast und es in Fülle hast.» Folgen wir seinem Ruf in unserem Leben und durch unser Handeln. Dazu wünsche ich uns allen in der nächsten Woche viel Mut, Geduld und Zuversicht. Gottes Segen begleite und beschütze uns.

Margrit Küng, Gemeindeleiterin Unterägeri und Allenwinden
Bereitgestellt: 05.03.2020     Besuche: 76 Monat 
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