Thomas Betschart

Hoffnungswort von Eva Maria Müller

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4. Fastensonntag - Die Kirche verkündet an diesem Tag: «Laetare!» – «Freue dich!» Dieser Ausruf wurzelt im lateinischen Eröffnungsvers der Messe: «Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung.» (Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja)
Mit dem heutigen Tag ist die Mitte der Fastenzeit bereits überschritten. Das Osterfest - Fest der Auferstehung - rückt näher. Diese Vorfreude wird ausgedrückt durch die liturgische Farbe Rosa. Das österliche Weiß strahlt durchs Violett der Fastenzeit hindurch. Nur zweimal im Kirchenjahr haben wir die liturgische Farbe Rosa: am dritten Adventssonntag (gaudete) und am vierten Fastensonntag (laetare).

«Freue dich!»… klingt im aktuellen Ausnahmezustand geradezu sarkastisch. Wie, bitteschön, soll man sich freuen können in einer derart bedrohlichen Zeit? Mit einem fürs menschliche Auge unsichtbaren Virus haben sich existentielle Ängste, Probleme und Unannehmlichkeiten weltweit unübersehbar verbreitet.

Doch - brauchen wir nicht in diesen Tagen erst recht Grund zum Freuen? Meine Beobachtung ist es, dass sich Positives mindestens ebenso schnell verbreitet, wie das Virus selber. Ich denke da etwa an die Besinnung auf das, was wirklich zählt im Leben und an die freigewordene Zeit für Dinge, die sonst immer zu kurz kommen. Ich freue mich über die vielen kreativen Ideen von generationenübergreifender Solidarität und Hilfsbereitschaft und über Menschen, die auf Balkonen miteinander singen, musizieren und applaudieren für Mitarbeitende in den Spitälern. Mich beeindrucken Meldungen, dass sich durch die eingeschränkte Mobilität Luft und Wasser bereits beginnen zu erholen.

«Laetare!» soll uns heute ermutigen, festzuhalten an Freude und Hoffnung, die unser Glaube vermittelt. Bleiben wir hoffnungsvoll und unterstützen wir einander, so gut es geht. Bleiben wir innerlich miteinander verbunden, auch in Zeiten räumlicher Distanz.
Das Pastoralraumteam lädt uns dazu ein, jeden Tag um 20.00 Uhr innezuhalten und zu beten. Dies schafft Gemeinschaft mit allen anderen Pfarreiangehörigen, die zu dieser Zeit ebenfalls beten. Und vielleicht sehen wir abends im einen und anderen Fenster eine Kerze brennen als Zeichen, dass wir aneinander denken und füreinander beten.

Mit der folgenden Kurzgeschichte wünsche ich allen, die diese Zeilen lesen, Gottes Segen, gute Gesundheit und das Bestmögliche in dieser aussergewöhlichen Zeit.

Eva Maria Müller, Pfarreiseelsorgerin i.A. Neuheim und Menzingen


Wie wird das Wetter heute?
Ein Wanderer: «Wie wird das Wetter heute?»
Der Schäfer: «So, wie ich es gerne habe.»
«Woher wisst Ihr, dass das Wetter so sein wird, wie Ihr es liebt?»
«Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, das ich gern möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme. Deshalb bin ich ganz sicher: das Wetter wird heute so sein, wie ich es mag.»
Antony de Mello
Bereitgestellt: 08.03.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch